Teilen, Tauschen und Reparieren im Grätzl

Teilen, Tauschen und Reparieren im Grätzl

Kost-Nix-Läden, offene Werkstätten, Reparaturcafés und Gemeinschaftsgärten sparen Ressourcen – und bringen Menschen zusammen, die gemeinsam lernen, herstellen und Lösungen finden. Meist ehrenamtlich und ohne Gewinnabsicht. Hier erzählen sie, was sie bewegt.

Ehrlich engagiert!

© Offene Werkstatt für Leder und Design

In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Initiativen rund um's Teilen, Tauschen und Reparieren entwickelt – so wie etwa Kost-Nix-Läden, offene Werkstätten und Reparaturcafés. Den Initiator*innen geht es dabei nicht nur um die Wiederverwendung von Materialien und die Einsparung von Ressourcen, sondern auch um das gemeinsame Herstellen, Lernen und um das Finden von Lösungen. Viele dieser Initiativen arbeiten auf Spendenbasis oder ehrenamtlich.

Gemeinsam reparieren und Altes bewahren

© GB*

Die Diskussion um Fast Fashion rückt traditionelles Handwerk wieder ins Blickfeld. Der Fokus auf langlebige Materialien, natürliche Rohstoffe und bewährte Techniken, die teilweise vom Aussterben bedroht sind, hilft einerseits, Geld zu sparen. Andererseits bleiben durch den Erhalt von Werkstätten auch wichtige Orte der Begegnung im Grätzl erhalten. 

Wenn Werkstätten schließen und niemand mehr lernt, wie man etwas herstellt oder repariert, gehen dieses Wissen und dieser gemeinsame Ort verloren.

Umso schöner findet es Vivien von der Offenen Werkstatt für Leder und Design, dass mittlerweile auch wieder junge Menschen das Reparieren und Herstellen für sich neu entdecken. Im Reparaturcafé im WUK können kaputte Dinge gemeinsam mit anderen wieder repariert werden. 

Hier geht's zum Klimatipp von Vivien.

Alina und Serafina von Resi Slow Fashion setzen sich ebenfalls für den Erhalt von Handwerk im Grätzl ein und bieten in ihrer Werkstatt Kurse an, bei denen das gemeinsame Reparieren im Vordergrund steht. Mit einer traditionellen Stopftechnik verwandeln sie beschädigte Kleidungsstücke in individuelle Einzelstücke.

„Wir geben Techniken, Ideen und Inspiration weiter, damit Kleidungsstücke selbst repariert und weiterverwendet werden können.“ — Alina und Serafina, Resi Slow Fashion

Hier geht's zur kostenlosen “Visible Mending”-Anleitung von Resi Slow Fashion.

Teilen und Tauschen

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Nicht jeder Gegenstand muss neu gekauft werden. Wenn du teilst und tauschst, sparst du Ressourcen und findest oft genau das, was du brauchst – ohne dass dafür etwas Neues produziert werden muss oder du viel Geld ausgeben musst.

Johanna Dreher zeigt das in ihrer Fahrradwerkstatt „Zur Schraubendreherin", die auch als Selbsthilfewerkstatt genutzt werden kann. 

Wenn du dich auskennst, kannst du dort auf Spendenbasis Werkzeug nutzen, gebrauchte Ersatzteile bekommen und dein Fahrrad selbst reparieren. Dahinter steckt für sie mehr als praktische Hilfe.

„Ich halte viel davon, dass Leute, die sich das zutrauen, es auch selbst machen. Ich glaube, kleine Reparaturen können alle lernen.“ — Johanna Dreher, Zur Schraubendreherin

Hier geht's zum Porträt Zur Schraubendreherin.

© GB*

Auch die Schenke in der Josefstadt lebt vom Teilen: Der Kostnix-Laden gibt gut erhaltenen Dingen ein zweites Leben, statt sie im Müll landen zu lassen.

„Wir finden es schade, wenn Gegenstände, die anderen noch was bringen können, weggeworfen werden. In der Schenke gibt es Platz diese weiterzugeben!“ — Sarah, Die Schenke

Hier geht's zum Klimatipp von Sarah.